Jule und der modrige Burggraben

Mahlzeit im Freien

Es war ein warmer, sonniger Tag Ende August. Jule, die flinke Jagdhündin, tollte fröhlich über den Hof des Schlosses Königs Wusterhausen. Heute war etwas Besonderes: Die Königsfamilie aß zum ersten Mal nach ihrer Ankunft in Wusterhausen in diesem Jahr unter einem großen, prächtigen Zelt. Es stand direkt unter einer alten Linde, zur rechten Seite glitzerte das Wasser des Burggrabens in der Sonne. Doch ein unangenehmer Geruch lag in der Luft – modrig und schwer. „Pfui!“, rief Wilhelmine, eine der Töchter des Königs. „Dieser Gestank verdirbt mir den Appetit!“ Doch der König lachte nur. „Ach, Wilhelmine, frische Luft macht das Essen doch erst richtig köstlich!“ Jule wedelte mit dem Schwanz. Sie liebte es, wenn die Familie draußen war – so konnte sie alles beobachten. Und zu beobachten gibt es viel, denn an der langen Tafel saßen immer mindestens vierundzwanzig Personen: Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., seine Gemahlin Sophie Dorothea, die vielen Kinder und einige Gäste, von denen es immer welche gab.

Wilhelmines Unmut

Später entdeckte Jule Wilhelmine im Schlossgarten. Sie saß auf einer Decke im Gras und schrieb in ihr Tagebuch. Ihre Stirn war gerunzelt, und immer wieder murmelte sie vor sich hin: „Dieser schreckliche Graben! Und wenn es regnet, wird alles noch schlimmer – dann sitzen wir bis an die Waden im Wasser !“ Jule konnte nicht lesen, doch sie spürte, dass Wilhelmine unglücklich war. Jule legte den Kopf schief. Der König war immer gern in Königs Wusterhausen, aber seine ältesten Kinder anscheinend nicht. Warum nur?

Des Königs Schloss

Jule erinnerte sich an ein Gespräch, das sie einmal belauscht hatte. Der König mochte dieses Schloss, weil es sein Rückzugsort war. Hier konnte er jagen, reiten und die Ruhe genießen. Es war kein prunkvolles Schloss wie in Berlin, sondern eher ein Ort der Erholung. Doch für seine ältesten Kinder, Wilhelmine und Friedrich, war es nicht so spannend. Sie vermissten die Pracht der Hauptstadt, die eleganten Feste und die schönen, gepflegten Straßen. Hier gab es nur Wälder, Wiesen und den alten Burggraben, der nun einmal manchmal stank. Jule hörte Wilhelmine einmal sagen: „In Berlin erlebe ich das Fegefeuer, in Wusterhausen aber habe ich die Hölle zu erdulden“.

Ein Küken im Gras

Jule wollte Wilhelmine zeigen, dass Königs Wusterhausen auch schön sein konnte. Sie schnüffelte im Gras, suchte etwas Besonderes – und da! Eine wunderschöne Feder lag zwischen den Blumen. Vielleicht könnte sie Wilhelmine damit aufheitern? Doch dann zuckte ihre Nase. Ein interessanter Geruch mischte sich in die Luft – nicht der modrige Gestank des Burggrabens, sondern etwas anderes. Jule folgte der Spur und entdeckte am Ufer des Grabens ein kleines Entenküken, das offenbar von seiner Familie getrennt worden war.

Vorsichtig nahm sie die Feder wieder ins Maul und lief zu Wilhelmine. Doch anstatt sie ihr sofort zu bringen, bellte sie aufgeregt und drehte sich um. Wilhelmine runzelte die Stirn. „Was hast du denn, Jule?“ Neugierig folgte sie dem Hund zum Ufer.

Die Rettung am Burggraben

Wilhelmine entdeckte das zitternde Küken und kniete sich hin. „Oh, du armes Ding!“, sagte sie sanft. Behutsam nahm sie das Küken auf und sah sich um. Am anderen Ufer schwamm eine Entenfamilie, die laut schnatterte. „Das muss deine Familie sein!“, sagte Wilhelmine. Doch wie sollte sie es zurückbringen? Der Burggraben war tief und matschig.

Jule bellte erneut und sprang ins schlammige Wasser des Burggrabens. Der Schlamm spritzte, und Wilhelmine schrie auf, doch dann musste sie lachen. „Du störst dich nicht daran, was?“, sagte sie. „Vielleicht sollte ich mich auch nicht so sehr darüber ärgern.“ Mit einem beherzten Sprung sprang Wilhelmine in den flachen Burggraben und brachte das Entenküken sicher auf die andere Seite des Ufers.Mit einer vorsichtigen Bewegung setzte sie das Küken ab. Es schwamm fröhlich zu seiner Familie zurück. Als Wilhelmine wieder aus dem Wasser stieg, stank sie fürchterlich modrig – genauso, wie der Burggraben.

Wilhelmine lachte. „Jetzt rieche ich zumindest nicht mehr wie sehr der Burggraben stinkt.“ Sie lächelte Jule an. „Danke, kleine Freundin.“ Und an diesem Tag begann sie, das Schloss mit anderen Augen zu sehen. sogar den alten Burggraben.

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